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04.08.2022 – Risse in der Fassade des Impferfolgs

 

Allmählich wird klar, dass die Erfolgsgeschichte der Corona-Impfungen weitgehend aus dem Gesamtzusammenhang gerissen wurde.
 
VON WERNER VONTOBEL
 
 
 
Die Kunst des Pharma-Marketings besteht darin, einfache Geschichten zu erzählen und mit Forschung zu unterfüttern. Etwa so: Herzinfarkt kommt vom Cholesterin in den Arterien. Statine senken nachweislich das Cholesterin. Oder: Diabetes kommt vom hohen Blutzucker. Insulin senkt nachweislich den Blutzuckerspiegel. Oder im Falle von Corona: Antikörper hindern die Viren daran, in die Zellen einzudringen. Der mRNA-Impfstoff erhöht nachweislich die coronaspezifischen Antikörper.
 
Am Anfang waren es 95 Prozent
 
In der Tat zeigt der Assessment Report, aufgrund dessen Pfizer die Zulassung erhalten hat, dass die Antikörper etwa sieben Tage nach der zweiten Impfung ihren Höchststand erreichen. Eine Studie mit je rund 20'000 Personen hat dann ergeben, dass in den drei Monaten ab dem achten Tag nach der zweiten Impfung 8 Personen aus der Impf- und 162 aus der Placebogruppe an Corona erkrankt sind. Damit habe die Impfung 95 Prozent der symptomatischen Ansteckungen verhindert. Die gleichen rund 95 Prozent erbrachte auch ein Test mit dem Impfstoff von Moderna.  
 
95 Prozent. Wow! Damit schien im Dezember 2020 klar, dass Corona für vollständig Geimpfte vorbei war. Mit einem Zertifikat ausgerüstet, konnten sie sich wieder frei bewegen. Als die Fallzahlen dann doch wieder stiegen, konnte das – bei einer Impf-Effizienz von 95 Prozent - nur die Schuld der rund 30 Prozent Noch-nicht-Geimpften sein. Hätte man – wie in England – die Genesenen mitberücksichtigt, wäre klar geworden, dass diese Rechnung nicht aufgehen kann. Dort waren im Dezember 2021 mehr als 98 Prozent aller über 17-jährigen geimpft oder genesen, hatten also Antikörper. Dennoch war die Zahl der Fälle zu diesem Zeitpunkt mehr als 100-mal so hoch wie vor der Impfkampagne. Daran waren wohl kaum die zwei Prozent Ungeschützten schuld. Auch im «Pfizerland» Israel gab es Ende Januar 2022 bei einer Impfquote von 66 Prozent rund 100-mal mehr Ansteckungen als vor der Impfkampagne. Dasselbe weltweit: Drei Millionen Ansteckungen Anfang Februar dieses Jahres, rund 100-mal weniger ein Jahr zuvor. Das deutet nicht darauf hin, dass die Impfung Ansteckungen verhindert hätte.
 
Zwt. Aus 1594 symptomatischen werden 8 bestätigte Fälle
 
Jetzt sickert allmählich durch, dass sowohl die schöne Geschichte als auch ihre wissenschaftliche Unterfütterung ziemlich aus dem Zusammenhang gerissen waren. So waren etwa (wie aus einem Zusatzbericht hervorgeht) die acht «bestätigten» (certified) Corona-Fälle aus der Pfizer-Studie bloss ein Teil von  insgesamt 1594 «symptomatischen Fällen», während es sich bei den 162 «bestätigten» Fälle der Placebo-Gruppe um eine Teilmenge von 1816 „symptomatischen“ Fällen handelt[1] . 1594 statt 1816 entspricht noch einer Impf-Effizienz gegen symptomatische Erkrankungen von 19 Prozent. (Siehe auch hier) Pikantes Detail: Ob ein Fall als „symptomatisch“ oder als „bestätigt“ gilt, wurde von einem aus drei Pfizer-Angestellten bestehenden Komitee entschieden. Später stellte sich dank einer Whistleblowerin heraus, dass es bei einer der am Pfizer-Test beteiligten Firmen[2]  zu Schummeleien gekommen war.
Siehe dazu auch hier und und hier)
 
Zudem: Pfizer (und Moderna) machten ihre Tests im Gesamtzusammenhang einer Pandemie, bei der fast 90 Prozent der Opfer mindestens 70 Jahre alt, mehrfach erkrankt und übergewichtig sind. Doch die Pfizer-Testpersonen waren im Schnitt bloss 50,5 Jahre alt und 54 Prozent hatten überhaupt keine Vorerkrankung. So erstaunt es nicht, dass im Verlaufe der drei Monate, die diese Studie dauerte, nur sechs von den rund 40'000 Testpersonen mit einer Corona-Infektion verstarben (wovon zwei aus der Impfgruppe). In keinem dieser Fälle sei jedoch Corona die Hauptursache gewesen. Zudem gab es in der Impfgruppe acht Fälle von schweren und zwei von tödlichen Nebenwirkungen. In der Placebo-Gruppe wurden  immer laut dem Assesement Report zwei schwere Nebenwirkungen verzeichnet.

[Damit ist auch gesagt, dass die Unterlagen, aufgrund derer der Pfizer-Impfstoff die Notfallzulassung erhalten hat, keinerlei Hinweise darauf erlaubten, dass die Impfung schwere, geschweige denn tödliche Fälle verhindert. Wenn überhaupt, weisen die Daten eher auf ein erhöhtes Todesfall-Risiko hin. Ferner war die Studie von Anfang an nicht darauf angelegt, eine verminderte Ansteckungsgefahr zu beweisen[4] .
 
Viele Ansteckungen kurz nach der Impfung
 
Ferner: Die Studien gingen davon aus, dass die Impfung bis 7 Tage nach der zweiten Dosis weder zu mehr noch zu weniger Ansteckungen führt. Aus den Originaldaten des Assessment Report ist jedoch - wie man heute weiss -ersichtlich, dass die Immunabwehr in den ersten sieben Tagen nach der ersten Impfung geschwächt ist. So wundert es nicht, dass unter vielen anderen auch der Virologe Prof. Didier Raoult (hier Minute 5) im Unispital Marseille die Beobachtung gemacht, dass die Zahl der Ansteckungen in dieser «neutralisierten» Periode stark ansteigt. Gemäss einer Statistik (hier) aus der kanadischen Provinz Ontario fallen 96,9 Prozent aller symptomatischen Ansteckungen von Geimpften auf den Zeitraum zwischen der ersten Impfung bis sieben Tage nach der zweiten. Die Ansteckung wird durch die Impfung nicht verhindert, sondern bloss – zumindest teilweise - vorverschoben.
 
Diese Studie der Immunologin Stephanie Seneff z.B. liefert dafür eine mögliche Erklärung. Sie beschreibt die zellbiologischen Mechanismen, mit denen die forcierte Produktion von Antikörpern die Bildung von Interferonen behindert, und damit die angeborene Immunabwehr schwächt. Das könnte auch erklären, warum gemäss dem britischen Vaccine Surveillance Reportvon Ende März 2022 (Seite 44), dreifach Geimpfte im Alter von über 18 Jahren rund viermal so oft angesteckt werden wie Ungeimpfte.
 
 
Die angeborene Immunabwehr ist in rund 95 Prozent aller Ansteckungen dafür verantwortlich, dass die Viren unschädlich gemacht werden, bevor die Antikörper überhaupt auf der Bildfläche erscheinen. Im Gesamtzusammenhang unseres Immunsystems sind die Antikörper vermutlich auch deshalb nur ein Notnagel, weil die Bildung von Antikörper Energien kostet. Deren Produktion wird denn auch nach relativ kurzer Zeit wieder deutlich zurückgefahren. Dieser Vorgang ist allen Immunologen aus den einschlägigen Lehrbüchern bestens bekannt.
 
Nach 24 Tagen nur noch halb so viele Antikörper
 
Auch aus den Zulassungsunterlagen von Pfizer geht (Seite 65/66) klar hervor, dass schon 24 Tage nach der zweiten Impfung 30 bis 60 Prozent weniger Antikörper gemessen wurden. Doch weil diese Daten logarithmisch dargestellt und letztmals nur 24 Tage nach der zweiten Impfung erhoben wurden[5] , fiel der Rückgang der Antikörper nicht auf und niemand wollte es genau wissen. Deshalb wurden die ersten Impfpässe auf ein Jahr ausgestellt.
 
Bleibt die These, dass die – alle paar Monate wiederholte – Impfung wenigstens vor schweren Fällen schütze. Gestützt wird sie vor allem mit Berichten aus Schweizer Spitälern. Beispiele: Am 18. Februar sagte Manuel Battegay, Chefarzt für Infektiologie und Spitalhygiene am Universitätsspital Basel, gegenüber dem TA, «noch immer seien auf den Intensivstationen rund acht bis neun von zehn Patienten ungeimpft. Ganz ähnlich liess sich Ronald Alder vom Verband der Zürcher Spitäler am 18. Dezember ebenfalls im TA zitieren: «Aktuell sind 80 Prozent der Covid-Kranken in Intensivpflege ungeimpft.»
 
 
Booster bringt laut BAG-Daten nichts, Impfwirkung nimmt ab
 
Dass die vielleicht noch 10 Prozent Ungeimpften und Nicht-Genesenen für über 80 Prozent der schweren Fälle verantwortlich sein sollten, ist wenig plausibel. Die offiziellen Zahlen zeichnen deshalb auch ein ganz anderes Bild: Gemäss der BAG waren am 1. April von den 36 hospitalisierten Covid-Patienten mit bekanntem Impfstatus deren 13 ungeimpft. (hier) Das Risiko der Ungeimpften, mit Covid hospitalisiert zu werden, war im 7-Tageschitt für die Ungeimpften mit 0,49 Prozent in etwa gleich gross, wie das der «Geboosterten» (0,47 Prozent), aber in etwa doppelt so hoch wie das der bloss doppelt geimpften.
 
Seit ab dem 4. Dezember die Inzidenz der Hospitalisierten unter den Geboosterten separat ausgewiesen wird, ist diese konstant höher als bei den doppelt Geimpften. Deren Risiko wiederum war anfänglich 1,8 und heute noch rund 0,25 Prozentpunkte geringer als das der Ungeimpften. Zieht das BAG darauf den naheliegenden Schluss, dass die Booster-Impfung kontraproduktiv ist oder hat es eine andere Erklärung für seine Zahlen? Das BAG hat diese Frage mit der Aussage „beantwortet“, wonach „insbesondere in den Altersklassen der 60-Jährigen und Älteren, (….) die Inzidenz der Hospitalisation bei nicht Geimpften weiterhin deutlich über den vollständig Geimpften (mit und ohne Auffrischimpfung) liege.» Nun, erstens widerspricht diesden Zahlen des BAG, denn auch wenn man alle Geimpften in eine Gruppe zusammenfast liegt deren Inzidenz auch bei den über-60 Jährigen (siehe hier)über den Werten der Nicht-Geimpften. Zweitens ist das BAG damit der Frage nach der Opportunität des Boosters ausgewichen.
 
Hilfreich war hingegen der Verweis auf die Kohorten-Studie Corona Immunitas. Danach waren schon im Dezember 2021 -also noch vor der grossen Omikron-Ansteckungswelle - 95 Prozent der über-65-Jährigen entweder geimpft oder genesen. Da erkläre, warum die Wirkung der Impfung seit Anfang 2022 abnehme.
 
 Dass wir Wirkung der Impfung auf die Häufigkeit der schweren Fälle laufend zurückgeht, zeigen audg die Daten des britischen Vaccine Surveillance Report VSG. Per Ende März hatten die dreifach Geimpften im Vergleich zu Ungeimpften ein um 20 Prozent vermindertes Risiko einer Spitaleinweisung. Vier Monate zuvor betrug die Reduktion noch 64 Prozent.  Für die Schweiz hat der Luzerner Gesundheitsökonom Konstatin Beck[1] hat aufgrund offizieller Daten für die Schweiz für die doppelt Geimpften ein um 26 Prozent tieferes Todesfallrisiko errechnet. Bei all diesen Daten ist der erwähnte Vorverschiebungs-Effekt nicht berücksichtigt.
 
Auch diese Studie  aus Südkalifornien weckt Zweifel an der Wirksamkeit der Impfung und insbesondere des Boosters.  Sie zeigt, dass bloss 0,57 Prozent aller (gut 75'000) ungeimpften Omikron-Angesteckten hospitalisiert werden mussten, während es bei den doppelt Geimpften mit 0,61% in etwa gleich viel, bei den dreifach Geimpften aber fast doppelt so viele, nämlich 0,93 Prozent, traf. (Tabelle 4) Das ist ein interessanter Befund, der jedoch im Text unerwähnt bleibt. Seltsam. Offenbar trauen sich die Forscher nicht, Zweifel der Wirksamkeit der Impfung zu äussern.
 
Aus derselben Studie geht übrigens hervor, dass die Omikron-Variante im Vergleich zur Delta-Variante -auch und vor allem bei den Ungeimpften - fast sechsmal weniger gefährlich ist. Das entkräftet nebenbei auch die These, wonach wir die milderen Verläufe in erster Linie der hohe Impfquote verdanken. Damit aber stellt sich die Frage, für welche Alters- und Risikogruppen sich angesichts der insgesamt milden Verläufe der Omikron-Variante eine Impfung überhaupt noch lohnt.
 
Impfnebenwirkungen sind ein Minenfeld
 

 
Diese Frage ist hoch politisch.
Impf-Nebenwirkungen werden nur ungenügend erfasst und wurden bisher nur bruchstückhaft, und meist von inoffizieller Seite offengelegt. (Siehe etwa hier)So brauchte es einen Gerichtsentscheid, damit Pfizer wenigstens schon mal die entsprechenden Daten für den Zeitraum Von Dezember 2020 bis Ende Februar 2021 veröffentlicht hat. Danach endeten von den gut 42'000 Nebenwirkungen deren 1223 tödlich. (hier). Eine Auswertung der Daten der deutschen Krankenkasse «BKK ProVita» deutet an, dass etwa vier bis fünf Prozent der geimpften Menschen wegen Impfnebenwirkungen in ärztlicher Behandlung waren. (Siehe hier) Eine einschlägige Pressemitteilung löste einen Sturm der Entrüstung und der Kritik aus, in dessen Folge Andreas Schöfbeck, der Vorstand der BKK entlassen wurde.  (hier)  Für die Schweiz schätzt Prof. Konstantin Beck aufgrund der (sehr mangelhaften) offiziellen Daten, dass die Impfung zumindest für die Männer unter 50 bzw. die Frauen unter 60 mehr Schaden als Nutzen bringt.
 
 
 
Der französische Virologe Prof. Didier Raoult sagt, er habe in seinen rund 50 Jahren Berufserfahrung noch nie eine so schlechte Impfung erlebt. Dennoch plädiert er weiterhin für eine gezielte Impfung ausgewählter Risikogruppen. Doch bis man richtig zielen kann, müssen noch sehr viele Fragen geklärt werden.
 
 
Quellen
 
 
 
 
 
Beck: Ist die Impfung ein kategorischer Imperativ?
In: „Der Corona-Elefant“ 2022 Versus-Verlag Seite 209 folgende
 
 
Links:
 
 
https://www.infosperber.ch/gesundheit/covid-impfungen-heftiges-warnsignal/
 
 
https://www.francesoir.fr/sites/francesoir/files/media-icons/vaers-data-analysis-report-2021-08-08.pdf
 
https://www.infosperber.ch/gesundheit/public-health/die-pfizer-impfung-ist-viel-weniger-wirksam-keine-transparenz/
 
Kalifornien Studie
 
https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2022.01.11.22269045v1.full.pdf
 
Doshi auf Infosperber
 
https://www.infosperber.ch/gesundheit/public-health/die-pfizer-impfung-ist-viel-weniger-wirksam-keine-transparenz/
 
 
Frei zu Nebenwirkungen
 
https://www.infosperber.ch/gesundheit/impf-nebenwirkungen-deutlich-mehr-hospitalisationen/
 
 
https://phmpt.org/wp-content/uploads/2021/11/5.3.6-postmarketing-experience.pdf
 
 
https://cd1.publichealthontario.ca/-/media/documents/ncov/epi/covid-19-epi-confirmed-cases-post-vaccination.pdf?la=en
 
Essais Pfizer sur le vaccin anti-covid : le rapport explosif de Christine Cotton
 
https://blogs.bmj.com/bmj/2021/01/04/peter-doshi-pfizer-and-modernas-95-effective-vaccines-we-need-more-details-and-the-raw-data/
 
©
10 bis 14 jährige in England
 
https://www.transparenztest.de/post/ons-52-mal-mehr-todesfaelle-bei-doppelt-geimpften-10-14-jaehrigen-in-england
 
https://www.infosperber.ch/gesundheit/covid-impfungen-heftiges-warnsignal/
 
Pfizer Assement Report Feb. 2021
 


 
 

 
 


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