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21.10.2016 – Müssen wir jetzt auch noch Bor schlucken?

Tatsache ist, dass wir mit fast allen Vitaminen und Mineralstoffen unterversorgt sind. Deshalb besteht immer die Hoffnung, dass (irgend) ein Zusatzstoff hilft. Doch welcher?
 
Wer sich für gesunde Ernährung interessiert, kennt das: Alles ist wichtig! Wenn immer man etwa über Magnesium, Zink, Eisen, Selen, Vitamin A, B, C, D oder sonstwas liest - alles spielt immer bei Hunderte von Vorgängen im Köper eine entscheidende Rolle, doch leider haben wir zu wenig davon.  Auch die erbaulichen Beispiele fehlen nie: Immer hat der eine oder die andere wegen genau diesem Mittelchen die Leistung gesteigert oder strahlende Gesundheit zurück gewonnen.
 
Neulich habe ich genau das jetzt auch noch über Bor gelesen. Dieses Erdmineral steigert bei  Männern den Testosteron- und bei Frauen (in den Wechseljahren) den Östrogenspiegel. Es aktiviert das Vitamin D, bewirkt, dass Kalzium und Magnesium die Knochen und Zähne stärkt, statt die Weichteile zu verkalken, es hilft gegen Herzprobleme, Schuppenflechten und Demenz und ein (natürlich „führender“) Onkologe meint: „Weil Bor so wichtig für die Funktion der Zellmembranen ist, könnte der heute weit verbreitete Bormangel ein ernstzunehmender Auslöser von Tumorwachstum sein“. Wer bietet mehr? Bor her! Und wohin damit? In den begehbaren Apothekerschrank, zu all den anderen, noch unentbehrlicheren Stoffen.
 
Ja reicht es denn nicht, wenn man gesund ist?  Irrtum,  meint Dr. Carolyn Dean (sie schwört auf Magnesium) auf ihrem Blog. Sie zitiert aus einem Bericht des US-Kongress aus dem Jahre 1936, wonach die Böden schon damals ausgelaugt waren. So seien etwa Kühen massenweise Muskelkrämpfe aufgetreten, weil es im Gras an Magnesium gefehlt habe. Ungefähr zur selben Zeit reiste der US-Arzt Weston Price zu den Eskimos, den Indianern, ins Lötschental usw.und untersuchte deren Diäten auf Eisen, Magnesium, Iod, Kalzium und Phosphor und fettlösliche Vitaminen A, B und D. Ergebnis: In den hohen Lagen war Gehalt an Mineralstoffen doppelt bis vierfach und der der Vitamine rund zehnfach so hoch, wie in den USA. In den Küstengebieten enthielt die Nahrung sogar 20 bis 50 mal mehr Mineralstoffe. Das widerspiegelte sich auch am Zustand der Zähne und der allgemeinen Gesundheit.
 
Das war – wie gesagt – vor bald 100 Jahren. Inzwischen ist unsere Landwirtschaft noch viel intensiver geworden. Wenn man im Herbst über Brenner runter ins Venostatal fährt und in den Apfelstauden vor lauter Früchte die Blätter nicht mehr sieht, kann man auch ohne Bodenprobe zumindest erahnen, wie ausgelaugt die Böden sein müssen. Das  gilt natürlich auch von den Tierfabriken, aus denen unser Fleisch kommt.
 
Was tun? Punkt 1 ist natürlich, dass man seinen beschränkten Bedarf nicht ausgerechnet mit leeren Kalorien (Zucker, Teigwaren, Weissbrot etc.) sondern mit viel Gemüse und mit Obst deckt. Bio-Eier, Leber etc. sind ebenfalls reich an Spurenelementen. Der vermutlich hat Frau Dean recht, wenn sie sagt, dass auch dies nicht reicht, zumal die meisten Menschen auf schon ein paar Antibiotikakuren hinter sich haben und mit ihrer gestörten Darmflora vieles nicht mehr richtig verdauen können.
 
Also doch Nahrungsmittelzusätze, und wenn ja welche? Es ist sehr schwierig, von ein paar Symptome auf einen bestimmten Mangel zu schliessen. Ein erfahrener Arzt kann helfen. Mir einer Internetsuche kann man die Kandidaten einkreisen. Im Zweifelsfall nimmt man ein billiges Präparat in garantiert ungiftigen Mengen. Zu meinen Favoriten gehören die Vitamine C, D und A (in Form von Leber), Spirulina Algen und Magnesium. Bor wäre, weil billig und (mindestens bis zu 10 mg täglich) unbedenklich, wohl auch einen Versuch wert. Doch weil wir alle in irgendeiner Weise von der Norm abweichen oder vorgeschädigt sind, kann das, was für den einen Wunder wirkt für andere schädllich sein. Deshalb: Nicht lange insistieren- auch wenn man die halbvolle Packung von dem „Wundermittel“ wegschmeissen muss.


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